Der Papst hat ihn zum Widerruf aufgefordert, doch dazu ist er derzeit nicht bereit: Holocaust-Leugner Richard Williamson sagt dem SPIEGEL, er wolle zunächst die historischen Beweise prüfen – „das wird Zeit brauchen“.
Hamburg/Berlin – Er hat die katholische Kirche in eine tiefe Krise gestürzt – und wird zu deren Lösung vorerst nicht beitragen. Der umstrittene Bischof der Piusbruderschaft, Richard Williamson, will seine Thesen zum Holocaust vorerst nicht widerrufen. Er werde zunächst die historischen Beweise prüfen, sagte der Katholik dem SPIEGEL: „Und wenn ich diese Beweise finde, dann werde ich mich korrigieren. Aber das wird Zeit brauchen.“
Ähnliche Nachrichten darf ich seit Tagen lesen, wenn ich Spiegel.de & Co. lade. Das Mutterblatt hatte den Papst auf der Titelseite, die Aufregung ist groß.
Die Politiker sind derweil dankbar, von ihrer Ratlosigkeit in der Finanzkrise ablenken zu können.
selbst Kanzlerin Angela Merkel schaltete sich ein und kritisierte das aus Deutschland stammende Oberhaupt der katholischen Kirche öffentlich.
Insofern kommt der neue Skandal, zu dem der Sturm im Wasserglas aufgeblasen wurde, gerade recht. Hätte Merkel sich in der Zeit Gedanken um die Führung unseres Landes gemacht, wäre uns allen mehr geholfen gewesen.
Vor allem frage ich mich, was mich als ehemalige Prostestantin – und damit auch Merkel & Co. – kircheninterna der Katholiken angehen.
Der Papst hat meiner Ansicht bei Wiederaufnahme in die Kirchen bzw. Exkommunikation über politische Ansichten überhaupt nicht zu befinden, sondern rein über religöse. Wer das verlangt, müsste rein theoretisch nicht nur die Rechtgläubigkeit bei Eintritt überprüfen, sondern Parteibücher ect., und das in einem Staat, in dem Politik und Religion aus guten Gründen getrennt sind. Und was soll mit den ganzen Katholiken passieren, die abseits der politischen Mitte denken – alle rauswerfen, da gleiches Recht für alle?
Zitat aus Spiegelfechter:
In Deutschland gibt es den Paragrafen 130 des Strafgesetzbuches, der die Holocaust-Leugnung unter Strafe stellt. Man kann sich trefflich darüber streiten, warum die Meinungsfreiheit nicht auch für Idioten gilt, aber letztendlich ist dies eine Frage weltlicher Gerichtsbarkeit. Kirche und Staat sind in Deutschland gemäß der Verfassung getrennt. Wenn deutsche Politiker die Rücknahme einer Exkommunikation kritisieren, die aus innerkirchlichen Beweggründen heraus ausgesprochen wurde, fordern sie im Umkehrschluss die Exkommunikation für Idioten. Das ist nicht nur Dogmatismus in Reinkultur, damit werden auch die Grenzen von weltlicher und kirchlicher Gerichtsbarkeit überschritten. Und die Bibel kann das deutsche Parlament auch mit Zweidrittelmehrheit nicht ändern.
Madrid - „Jeder Mensch, jeder von uns kann eine Dummheit sagen. Aber muss man dafür exkommuniziert werden? Ist es eine Sünde, eine Dummheit zu sagen?“ Dies sei nur der Fall, wenn man es bewusst und böswillig tue, sagte Lozano Barragán der spanischen Zeitung „El Mundo“
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Außerdem werde niemand wegen einer Sünde aus der katholischen Kirche ausgeschlossen, sondern wegen schwerer Verstöße gegen deren Lehren.
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ür Ende Juni seien bereits die nächsten Priesterweihen angesetzt, obwohl solche Weihen den vier abtrünnigen Bischöfen der Bruderschaft verboten seien, berichtete die Zeitung. Bischofsweihen führen nach dem Kirchenrecht automatisch zur Exkommunikation, Priesterweihen werden als geringere Vergehen geahndet.
Fazit:
Ein *Skandälchen* mit dem erfolgreich von den wichtigen Themen abgelenkt wird.