Nutzlose Nachrichten

Schreckliche Familientragödie in den USA: Im Bundesstaat Washington hat ein Mann seine fünf Kinder im Alter von sieben bis 16 Jahren erschossen. Dann richtete er seine Pistole gegen sich selbst – und drückte erneut ab.

Spiegel Online

Was soll dieser Text mir jetzt sagen? Und in welcher Form soll er den durchschnittlichen europäischen Leser interessieren?
Vor ein paar Wochen kam die Nachricht, dass in den USA ein Kleinflugzeug abgestürzt ist, vor ein paar Jahren, dass in Australien ein Schulbus umgekippt ist – wahnsinnig wichtig.
Ich gehöre nicht zu den Leuten, die Deutschland-fixiert sind, ich sehe sehr gerne den Weltspiegel und das Auslandsjournal, in der FAZ lese ich am liebsten Auslandsnachrichten; sofern sie die Regionen / Bevölkerungen allgemein dort betreffen. Aber warum muß ich darüber informiert werden, dass ein Familienvater tausende Kilometer von Europa entfernt seine Familie umgebracht hat?

Gerade in Bezug auf die USA benehmen sich die Medien, als wären wir der 51. Bundesstaat; es ist langsam Zeit sich selbst von dem geistigen Kolonalismus zu lösen. Während ich den Artikel schreibe läuft im Hintergrund der Presseclub, Thema: Obama in Europa. Diese Verehrung des amerikanischen Präsidenten als solches (Bush war eine Ausnahme) geht mir langsam auf den Nerv; für mich zählen die europäischen Regierungschefs wesentlich mehr. Ich mag die USA als Land als solches und hätten wir deren Demokratie wäre Deutschland wohl kaum wiederzuerkennen, aber Fakt ist nun einmal, dass ich in Europa lebe und mir dementsprechend keine Nachrichten über amerikanische Familienväter und Kleinflugzeuge wünsche.

Veröffentlicht in:  on April 5, 2009 at 10:19 Kommentare (1)

Deutschlands neuer Weg in die Unfreiheit…

…hat längst begonnen. Nicht, dass das Land jemals besonderer Hort der Demokratie und Meinungsfreiheit war, aber langsam nimmt es Orwell’sche Züge an. Ursula von der Leyen (die im Augenblick meine Dartscheibe ziert, dort ist sie wenigstens für etwas gut :P ) ist offensichtlich Fan der chinesischen Zensur und möchte das jetzt auch in Deutschland einführen. Ich warte schon auf die entsprechende Antwort des Landes, wenn der Westen die Unfreiheit der Menschen dort kritisieren möchte, immerhin sperren auch chinesische Behörden nur verbrecherische Inhalte.

Wenn in Deutschland wirklich bestimmte Inhalte gesperrt werden, dann ist das ein Dammbruch jeden mißbeliebigen Inhalt zu sperren. Kein Wunder, dass sie Mitglied der CDU ist(steht das U eigentlich für Unfreiheit oder Unterjochung?). ein Verein, der bekanntlich Roland Koch, bekennender Rassist und Medienmanipulateur, und zudem noch von der Leyens Bruder im Geiste, Schäuble, in seinen Reihen duldet. Das es bei der Partei reicht, zur sechstreichsten Familie Deutschlands zu gehören, um Wirtschaftsminister zu werden, paßt auch ins Bild. Langsam fällts wirklich auf.

Meiner Meinung nach geht es nicht um Kinderpornographie, die Gesetze, die wir dagegen haben sind bei weitem ausreichend. Es geht darum, die Möglichkeiten auszutesten, das Internet unter Kontrolle zu bekommen. Die meisten älteren Menschen (in Zukunft die Mehrheit der Wähler!) halten das Internet für ein Werk des Teufels und werden natürlich von der Mutter der Nation immer wieder in dieser Ansicht bestätigt. Diese Menschen können sich nicht vorstellen, daß gerade das Internet ihnen Kommunikations- und Wissensmöglichkeiten bietet, von deren Freiheiten sie noch nicht einmal etwas in ihren kühnsten Träumen ahnten.

Kommentar auf Spiegelfechter

Die anfangs kritische Justizministerin Zypries konnte zumindest durchsetzen, dass die Internetzensur nur über ein Gesetz erfolgen kann, die „Bürgerrechtspartei“ FDP und Teile der GRÜNEN unterstützen ein solches Gesetz ebenfalls. Nur die LINKE will nicht in den Chor der Zensoren mit einstimmen.

Spiegelfechter; Kinderpornographie – Wahlkampfschlager, Aktionismus, Zensur

Womit eine Liste der unwählbaren Parteien erstellt wäre. Die FDP streicht das F aus dem Namen und die Grünen sind ohnehin eine Schicki-Micki- Partei, die ihr Fähnlein nach dem Wnd dreht (seit ihrer Regieungszeit haben sie meine Verachtung diesbezüglich sicher. Nur die PDS übernimmt die Rolle, den Bürger vor der Willkür des Staats zu retten.

Die deutsche Regierung ist für die Bevölkerung gefährlicher als es Al Quaida überhaupt sein kann. Die angeblichen *Terroristen* können nur Gebäude in die Luft jagen; die Regierung mit der CDU an der Spitze arbeitet an der Unterwerfung der Leute – wer ist da der Terrorist?

Und wieviele Kollateralschäden wird es geben?

Kleiner technischer Hinweis am Rande: Wenn beispielsweise spiegelfechter.com in einem zensierten DNS-Server falsch aufgelöst wird, kann man das Blog durchaus nicht unter der IP-Adresse abrufen. Das kann man selber leicht ausprobieren:

Auf der Shell (Linux) oder Kommandozeile (Windows) folgendermaßen nach der IP von spiegelfechter.com fragen:

nslookup spiegelfechter.com
Server: 172.20.2.10
Address: 172.20.2.10#53
Non-authoritative answer:
Name: spiegelfechter.com
Address: 82.100.220.46

Sieht kompliziert aus, besagt aber einfach daß spiegelfechter.com auf die IP 82.100.220.46 zeigt. Der umgekehrte Fall zeigt das Problem:

nslookup 82.100.220.46
Server: 172.20.2.10
Address: 172.20.2.10#53
Non-authoritative answer:
46.220.100.82.in-addr.arpa name = w16.goneo.de.

Die IP-Adresse, die vermeintlich zu spiegelfechter.com gehört verweist eben nicht auf spiegelfechter, sondern auf den host w16.gonedo.de auf dem aber nichts spiegelfechterisches zu finden ist. Im Gegenteil: Der Zugriff ist nicht gestattet.

Der Grund ist, daß die IP-Nummer einer Maschine gehört, auf der alle möglichen Webauftritte laufen, die alle als sogenannte Virtual Hosts des Apache Webservers implementiert sind. Der Apache bekommt auf der IP-Nummer 82.100.220.46 eine Anfrage vom Browser. Wenn Sie eine gewünschte Domain enthält, weiß der Apache etwas damit anzufangen und liefert spiegelfechter.com. Fehlt diese Angabe in der Anfrage liefert der Apache eine Fehlermeldung, weil er ja nicht wissen kann, welche der vielen Sites er ausliefern soll.

Mit dem Browser eine Site über die IP-Nummer abzurufen geht nur dann, wenn das DNS in beiden Richtungen gleich auflöst und die Maschine nur eine Site über die IP-Adresse bereitstellt.
….
Schäuble bekommt regelmäßig eins auf’s Dach, wenn er den Bogen überspannt (”Nacktscanner”, Durchsuchung des Cicero…): Eine “vernünftige” Meinungsfreiheit ist in Deutschland nicht in Gefahr.

Eine “vernünftige Meinungsfreiheit” gibt es in einem Staat nicht, in dem wirre Ansichten über historische Ereignisse mit Gefängnisstrafen sanktioniert werden – ja, ich weiß, das Argument ist böse ;-)

Selbst wenn vdLeyens Gesetz in schärfster Form kommt würde ich nicht eine einzige Seite nicht mehr aufrufen können, die ich aufrufen will. Und das sollte jedem von uns so gehen.

Ich rufe z.B. Wikileaks öfters auf, um Recherche zu betreiben. Ja, ich wäre betroffen und Du als SF-Leser im Endeffekt auch.

Kommentare bei Spiegelfechter

Oder was ist, wenn man unberechtigt in den Fokus der Behörden geraten?

Matti Nikki ist im Netz kein Unbekannter. Er befasste sich bereits mit der Frage, ob beim „Sony-Rootkit“ möglicherweise ein Verstoß gegen die GNU Public License vorlag und mit dem Uninstall-Programm Sonys. Weiterhin ist er aktiver Kritiker der Internetzensur im allgemeinen, im Besonderen in seinem Heimatland, Finnland. Auf seiner provokant betitelten Webseite lapsiporno.info (Kinderporno.info) veröffentlichte er eine ihm zugegangene Liste mit IP-Adressen und URLs. Diese Liste, mit immerhin über 1.000 Seiten, stellte die offizielle Filter-/Blockliste dar, die den Internet Service Providern zuging. Nikki sah es als ein Zeichen für Transparenz an, dass jeder sehen könne, dass nicht nur Seiten mit kinderpornographischem Material geblockt werden. Wie er selbst schreibt, geschah längere Zeit nichts und niemand forderte ihn auf, die Liste vom Netz zu nehmen. Nikki ging einen Schritt weiter und fragte die Polizei, warum die Seiten blockiert würden, da sie augenscheinlich keine Kinderpornographie enthielten. Die Antwort: auch Seiten, die andere Seiten, die Kinderporno enthalten, verlinken, würden blockiert werden


Der Freitag

Deutschland beginnt mir Angst zu machen, am liebsten würde ich in die freie Schweiz gehen. Nach gut 70 Jahren ist es in Deutschland wieder soweit.

Als sie die Kommunisten holten,
habe ich geschwiegen
ich war ja kein Kommunist.

Als sie die Sozialdemokraten einsperrten,
habe ich geschwiegen
ich war ja kein Sozialdemokrat.

Als sie die Gewerkschafter holten,
habe ich nicht protestiert
ich war ja kein Gewerkschafter.

Als sie die Juden holten,
habe ich nicht protestiert
ich war ja kein Jude.

Als sie mich holten,
gab es keinen mehr, der protestierte.

Pfarrer Niemöller – schade, das es im Deutschland des Jahres 2009 wieder aktuell wird.

Links:
Der Freitag; Seite gesperrt, Betreiber verleumdet
Spiegelfechter; Schönes neues Netz – Deutschland im Jahre 2015
Spiegelfechter; Kinderpornographie – Wahlkampfschlager, Aktionismus, Zensur
Selbstversorger-Blog; Für was Kinderpornographie nicht so alles gut ist…
Bergland; Schwedens Polizei: Kinderpornofilter sind wenig wirksam
Bergland; Sperrung von Kinderpornografie im Netz: Die falschen Tatsachenbehauptungen der Bundesregierung
FAZ: Sperren für Kinderpornografie – Die Grenzen des Stopp-Servers

Veröffentlicht in:  on März 28, 2009 at 7:04 Kommentare (4)

Und wieder ein Grund keine Kinder zu bekommen…

Die Gründe sich gegen Kinder zu entscheiden sind vielfältig: Familienunfreundliche Arbeitszeit bei schlechter Bezahlung,die wiederum den Müttern nicht erlaubt, sich um die Kinder zu kümmern. Letztes Jahr kam hinzu, dass die Väter sich leichter aus der Verantwortung stehlen können, um sich ein neues Leben aufbauen zu können – das Leben der Mütter ist den Politikern (fast alles Männer) wohl egal. Offensichtlich kann man nur noch schwanger werden, wenn man vorher einen sehr guten Anwalt konsultiert hat, um einen wasserdichten Ehevertrag zu erstellen.

Heute ist ein weiter Grund hinzugekommen, entweder auf einen Vertrag zu pochen oder, um auf der ganz sicheren sein, einfach keine Kinder zu bekommen:

Alleinerziehende müssen nach einer Scheidung künftig deutlich schneller als bisher einen Vollzeitjob annehmen. Das hat der Bundesgerichtshof in seinem ersten Urteil zum neuen Unterhaltsrecht klargestellt – und damit einem klagenden Vater Recht gegeben.

Spiegel

Gratulation, so verschärft man die Demographiekrise weiter. Es kann nicht sein, dass die Väter sich ein schönes Leben machen können und die Mütter die Kinder und damit verbundenen Kosten an der Backe haben. Mich wundert ohnehin, dass solche Vorgänge vor dem Bundesverfassungsgericht bestand habe, Gleichberechtigung und so.

Ohne wasserdichten Ehevertrag kein Kind, ich wäre da knallhart.

Veröffentlicht in:  on März 18, 2009 at 6:13 Kommentar schreiben

Deutschland ist keine Demokratie – langsam erkennen es auch andere

Quelle: Spiegel

Die Wahl von Barack Obama ist das Schlimmste, was den deutschen Politikern passieren konnte. Der amerikanische Präsident greift sie nicht an. Er überzieht sie nicht mit Forderungen. Er beschämt sie.

Die deutschen Verhältnisse sind nicht neu, sie werden derzeit nur neu beleuchtet. Plötzlich fällt auf, was vorher schon hätte auffallen können. Es sieht alles so grau aus.

Weil so langsam dem Letzten klar wird, wie provenziell die deutsche Politik ist.

Die SPD, einst die Partei der Jugend und danach für einige Jahre noch die der Junggebliebenen, hat seit den siebziger Jahren die Hälfte ihrer Mitglieder verloren. Kürzlich stellte die Partei einen Rentner als Vorsitzenden ein. Den „roten Franz“ nennen sie ihn. Selten sah die Revolution so verwittert aus.

Vor allem hat sich die SPD von ihrem eigenen Program abgewandt und ist seit Schröder genau so unsozial geworden wie die CDU. Das macht sie für mich ebenfalls nicht mehr wählbar. Alt, dass sie eigentlich in ein Altersheim gehören, sind in Deutschland ohnehin alle Politiker.

Die Wertschätzung der Parteien aber befindet sich unter Einstandskurs. Die Wahlbeteiligung der letzten Bundestagswahl hat noch die des Jahres 1949 unterboten. Es gab 2005 erstmals mehr Nichtwähler als CDU-Wähler.

Obama ist nicht die Ursache der deutschen Probleme, aber der Grund, dass sie jetzt so ins Auge springen. Das bundesdeutsche Haus wurde errichtet vor nunmehr 60 Jahren, Zeit für eine Inspektion also.

Ich habe immer gesagt, Deutschland wäre keine Demokratie, eigentlich gehe ich nur wählen, damit die CDU meine Stimme nicht zugeschlagen bekommt, wer sie kriegt ist mir schon wieder egal, da alle gleich sind.

Sie ist auffällig unauffällig, eine Gelegenheitskonservative mit scharfem Verstand. Nur ihre Sprache klingt merkwürdig. Die Frau findet auch im vierten Jahr ihrer Kanzlerschaft nicht den richtigen Ton.

Normalerweise ist es ja so: Der Bauarbeiter baut, der Lehrer lehrt, der Kellner kellnert, und der Politiker wirkt durch das Wort. Für ihn gilt: Sprich, damit ich dich erkennen kann.

Angela Merkel aber hält sich nicht daran. Sie spricht, sie spricht sogar viel, wie es das Amt von ihr verlangt, aber sie gibt sich nicht zu erkennen. Man kann sogar sagen, die Kanzlerin ist mit dem Herzeigen ihres Dekolletés zuweilen freizügiger als mit dem Vorzeigen ihrer Überzeugungen.

Merkel benutzt Sprache anders. Sie will nicht wärmen, sie will sich verstecken. Ihre „Fahnenworte“, wie Erhard Eppler die Erkennungsvokabeln eines jeden Politikers nennt, sind kaum zu entziffern. Kraftlos baumeln sie an ihrem Mast.

Ich bezweifle sehr stark, dass sie eine Überzeugung hat, die sie vortragen könnte. Kohl und Schröder standen wenigsten noch für etwas, was man ablehnen oder dem man zustimmen könnte.
Merkel erinnert mich an das Nichts aus der *Unendlichen Geschichte*: Kein Loch (denn das wäre etwas), sondern das absolute Nichts. Ein Nichts kann ich nicht wählen.

Erkennbar sprach sie nicht mit dem Volk, sondern übers Volk. „Die Menschen in Deutschland“ nannte sie uns.

Sie ist halt durch und durch eine deutsche Politikerin, die halten sich gerne für Diktatoren auf Zeit. Das Volk ist nur als Wahlstimme und Arbeitskraft interessant, ansonsten ganz praktisch, weil man zum reagieren etwas braucht, über das man regieren kann.

Kurz zuvor hatte der deutsche Maschinenbau gerade einen Auftragseinbruch von 30 Prozent gemeldet. Von Opel, Mercedes und dem labilen Gesundheitszustand der Bankenwelt gar nicht zu reden. Die Krise macht eben auch die Starken schwach.

Ihr Optimismus wirkte nicht ansteckend, sondern bedrohlich, weil er dem eigenen Erleben so energisch widerspricht. „Unsere Wirtschaft ist stark. Unsere Produkte sind weltweit wettbewerbsfähig. Das soziale Netz ist stabil“, rief sie den „Menschen in Deutschland“ zu.

Ihr braucht nicht noch eine Statistik, um zu wissen, dass unsere Wirtschaft in der Krise steckt. Ihr erlebt es jeden Tag. Das sind die Sorgen, mit denen ihr aufwacht. Das ist der Grund eurer schlaflosen Nächte. Die Wirkungen der Rezession sind real, und sie sind überall.“

Naja, sie hält sie Menschen halt für dumm.

Sie nennt das „Erneuerung der Union“. In Wahrheit kommt es einer Selbstauflösung gleich.

Dann hat das Ganze zumindest etwas Gutes.

Die Kandidatur hat er sich ohnehin nicht im Kampf geholt, sondern im Hinterzimmer der Partei gesichert. Hier ist der Unterschied zum amerikanischen Nachbarn besonders groß.

Allein an den Vorwahlen der Demokraten, die mit dem Sieg Obamas endeten, beteiligten sich rund 33 Millionen Menschen, bei Steinmeiers Nominierung keine 10. Selbst wenn man den in der Kulisse aktiven Altkanzler Gerhard Schröder dazuzählt.

Wieviel mehr Beweis, dass Deutschland eine Pseudo-Demokratie ist, brauchst es denn noch?

Das Land weiß nicht, was es will.

Wußte es das jemals? Wobei die meisten mit den eng-proviziellen sehr zufrieden sein scheinen.

„Das Volk beherrscht die amerikanische Politik wie Gott das Universum.“ Deshalb schmiegt sich Obama so an die Menschen. Sie sind seine Götter.

Die deutschen Götter aber sind die Parteien. Alle Macht wird durch sie vermittelt. Sie haben das erste und das letzte Wort in Deutschland.

Bei der Politik, die in Deutschlang gemacht wird, hätte ich auch Angst vorm Volk. In Deutschland herrscht unter den Politikern die Meinung, dass man wie im Absolutismus über die Menschen regieren sollte.

Die deutschen Verfassungsrechtler sprechen von der indirekten Demokratie, und das klingt nicht ganz zufällig wie indirekte Beleuchtung, so als würde man den Bürgern einen großen Gefallen tun, wenn man ihnen das harte Scheinwerferlicht der Demokratie vom Leibe hält. Ein paar Kerzen tun es auch.

Deutschland ist weltweit die einzige Demokratie, in der von den drei Gewalten – der gesetzgeberischen Gewalt des Parlaments, der ausführenden Gewalt der Regierung und der kontrollierenden Gewalt der Gerichte – keine einzige durch das Volk allein bestimmt werden darf.

Vermutlich ist Deutschland, dass offiziell als Demokratie anerkannt ist, ohne eine zu sein. Und wo keine Demokratie herrscht, gibt es nirgendwo Mitbestimmung, Volksbegehren gibt es in CDU-Ländern (fällt etwas auf) faktisch gar nicht. Naja, eigentlich gibts die auch sonst nirgendwo.

Wenn es derzeit ein politisches Projekt in Deutschland gibt, dann ist es nicht die Erneuerung des Parteienstaats, sondern seine Überwindung.

Mir würde schon die Einführung echter Demokratie reichen.

Durch ihre Wiederwahl, auch wenn sich die Parteien nichts sehnlicher wünschen, tun wir ihnen keinen Gefallen. Sie sind am Ende ihrer Möglichkeiten angelangt. Wir verlangen das Unmögliche von unseren Parteien, wenn wir dauernd rufen: Erneuert euch, seid lebendig und modern.

Ich neige immer mehr dazu, der Linken meine Stimme zu geben; so bekommt die Stimme keine Volkspartei und wird nicht im nachhinein umgerchnet und ihnen zugeschlagen, da die Partei wohl über 5% kommen wird. Der Inhalt ist mir egal, ich würde auch die Partei bibeltreuer Christen wählen, wenn die Stimme nicht umgewandelt würde. Die etablierten Partein verdienen ihre Stimmen schon lange nicht mehr.

Die Parteien müssen sich nicht erneuern. Sie müssen sich öffnen. Wenn das Gespräch darüber nicht jetzt stattfindet, wird es womöglich nie stattfinden. Oder unter deutlich verschlechterten Bedingungen.

Veröffentlicht in:  on März 9, 2009 at 7:49 Kommentar schreiben

Ein vorbestrafter Ministerpräsident – geht das?

Ein bißchen merkwürdig wäre es schon, schließlich ist ein Ministerpräsident eine Art Bundeskanzler im Kleinformat, trägt also eine Menge Verantwortung.
Allerdings würde ich eher jemanden wählen, der fahrlässig den Tod eines anderen Menschen verursacht hat, als jemanden wie Koch, der durch seine rassistischen Äußerungen seine Unfähigkeit, das Land zusammenzuhalten, unter Beweis gestellt hat.

Außerdem hat er die Verantwortung übernommen, ohne überhaupt etwas über den Unfallhergang zu wissen, was man durchaus als vorbildhaft betrachten kann.
Nicht wählbar sind für mich Politiker, die Unfrieden unter der Bevölkerung stiften wollen oder wie Fischer / Schröder zum vierten Mal verheiratet sind – da muß ich einfach unterstellen, dass bei ihnen etwas grundlegendes nicht in Ordnung ist.

Veröffentlicht in:  on März 5, 2009 at 1:04 Kommentar schreiben

Die neue KFZ-Steuer

Das Paket sieht einen befristeten Erlass der Kfz-Steuer für schadstoffarme Neuwagen vor. Nach Berechnungen der Länder beläuft sich das daraus resultierende Minus auf rund 55 Millionen Euro.

Spiegel

Ich für meinen Teil wäre für einen komplett anderen Weg: Weg mit der KFZ-Steuer und dafür die Mineralöl-Steuern hochsetzen, dann würden Raser und Leute, die viel fahren und damit Strassen viel mehr abnutzen und die Luft verpesten, mehr zahlen. Ich dagegen komme gut 2 Monate mit einer Tankfüllungklar, verpeste kaum die Umwelt und würde entsprechend weniger zahlen – fairer wäre es.

Veröffentlicht in:  on März 4, 2009 at 11:23 Kommentar schreiben

Kölner Stadtarchiv eingestürzt


Die Zerstörung des Kölner Stadtarchivs ist ähnlich verheerend wie der Brand der Weimarer Anna-Amalia-Bibliothek

Einstürzender Neubau: Das Historische Archiv der Stadt Köln befand sich in einem Plattenbau, der am Dienstagnachmittag bedrohlich zu knirschen begann

Einstürzender Neubau: Das Historische Archiv der Stadt Köln befand sich in einem Plattenbau, der am Dienstagnachmittag bedrohlich zu knirschen begann

Von außen sah man es dem Haus nicht an, welche unermesslichen Schätze in seinem Inneren gehütet wurden. Ein grauer Plattenbau mit schmalen Fensterscharten am oberen Ende der Kölner Severinstraße – dort, wo die Innenstadt zur Südstadt wird. Gegenüber ein Gymnasium und das leer stehende ehemalige Polizeipräsidium, rechts und links zwei unscheinbare Wohnhäuser, eines mit Bäckerei im Erdgeschoss. Dazwischen aber erstreckte sich über sechs Etagen und ein Kellergeschoss eines der bedeutendsten Archive Nordeuropas. Im Historischen Archiv der Stadt Köln wurden Dokumente aus mehr als 1000 Jahren Stadt- und Kulturgeschichte gehütet. Hier war die Historie der Hansestadt Köln lückenlos dokumentiert, hier fanden sich päpstliche Erlasse und Handschriften von Albertus Magnus – unter säurefreien Folien, wie auf Bügeln Seite an Seite in Schränken hängend. Hier legten die sogenannten Schreinsurkunden Zeugnis von den Anfängen der europäischen Rechts- und Wirtschaftsgeschichte ab. Hier konnten Forscher die von Karl Marx herausgegebene Rheinische Zeitung im Original studieren. Hierhin gaben Heinrich Böll und später seine Erben Teile des Nachlasses.


Seit Dienstagnachmittag liegen all diese Zeugnisse unter Tonnen von Stahl und Beton begraben. Das Historische Archiv der Stadt Köln ist vollständig eingestürzt. Ob dabei Menschen ums Leben kamen, konnten Polizei und Feuerwehr bis Dienstagabend nicht sagen. »Das Historische Archiv der Stadt Köln«, erklärt dessen ehemaliger Abteilungsleiter Eberhard Illner, »war das Gedächtnis nicht nur dieser Stadt. Nun ist es verloren. Ich glaube nicht, dass die fragilen Pergamente, Papiere und Folianten das Unglück überstanden haben.

….

Ich finde es immer wieder erstaunlich, wie in Deutschland mit Kulturgütern umgegangen wird. Auch die Goldene Bulle Frankfurt liegt meines Wissens direkt auf einem U-Bahnschacht in einem Tresor – fühlt sich jedes Mal an wie ein Mini-Erdbeben. Ob das dem alten Dokument so gut tut?

Die Politiker brüsten sich immer gerne mit der Kultur, wie bei den Bayreuther Festspielen, aber wenn es daran geht, etwas zu dem Erhalt der Dokumente zu tun, kommt wie bei der Anna-Amalia-Bibilothek immer der Kostenfaktor, wobei der angerichtete Schaden deutlich höher ist – wer will schon den Wert eines wichtigen / einmaligen Dokuments beziffern wollen?

Gemacht wird grundsätzlich in der Politik nicht das, was wichtig wäre (z.B. versickert extrem viel Leitungswasser, aber niemand repariert die Leitungen, da es niemand sieht), sondern das, was möglichst sichtbar ist – wie eben ein U-Bahnbau.

Veröffentlicht in:  on at 11:53 Kommentar schreiben

Opel und Schaeffler nicht retten

Ich bekenne, ich bin entschieden dagegen, Opel und Schaeffler zu retten.
Letzere haben sich übernommen und Aktien zu teuer gekauft – Pech gehabt, durch Größenwahn unter die Räder gekommen. 6 Milliarden Euro um 6000 Arbeitsplätze zu retten? Ehrlich gesagt ich komme bei den ganzen Nullen durcheinander, was ein einzelner Arbeitsplatz kosten würde, aber so leid es mir für den betroffenen Landkreis tut: Eure Arbeitslosengelder kommen den Staat billiger.
Ganz davon könnte dann jedes Unternehmen, das eine miese Geschäftleitung hat, Steuergelder beantragen.

Opel ist sicherlich unverschuldet durch den Mutterkonzern am Wachsen gehindert worden, was nichts daran ändert, dass sie keinen Zugang zu den Märkten in Osteuropa, Indien und Südamerika haben, welche für andere GM-Marken reserviert waren. Mit 1,5 Millionen Autos sind sie einfach zu klein und unbedeuted. Dazu kommt ein schlechtes Image *Jeder Popel fährt nen Opel* und die Verteilung der Werke auf halb Deutschland. Man hat bereits mit dem Vorpreschen von Rüttgers gesehen, ich möchte nicht wissen was los wäre, wenn Arbeitsplätze wegfallen müssen – imme rnur im anderen Bundesland, bloß nicht im eigenen. Politiker sind verdammt schlechte Wirtschaftsbosse.

Fazit:
Kein Rettung, weder von Opel noch von Schaeffler. enn sie sterben, hat wenigstens die halbwegs gesunde Konkurrenz eine Überlebenschance.

Umfrage

Edit: Es geht schon los Union entrüstet über Steinmeiers Auftritt in Rüsselsheim

Veröffentlicht in:  on Februar 26, 2009 at 5:38 Kommentare (5)

Die CDU greift die Rundfunkfreiheit an

Erst kritisierte „heute journal“-Moderator Claus Kleber im SPIEGEL, dass die unionsnahe Mehrheit im Verwaltungsrat des Senders Chefredakteur Nikolaus Brender aus parteipolitischen Gründen ablösen will.

Der Widerstand im Verwaltungsrat gegen Schächters Entscheidung zeuge „von einer gefährlichen Einmischung der politischen Parteien in die Souveränität unseres Hauses“. Gerade im Jahr der Bundestagswahl sei Distanz zu den Parteien unverzichtbar, um die Glaubwürdigkeit der journalistischen Leistungen im ZDF nicht in Verruf zu bringen und um die Unabhängigkeit zu bewahren. „Es wäre ein schwerwiegender Eingriff in die Rundfunkfreiheit, wenn Ihr Vorschlag abgelehnt würde“, steht in dem offenen Brief an Schächter.

Die Unionsvertreter im Verwaltungsrat des öffentlich-rechtlichen Senders unterstellen Brender Nähe zur SPD und wollen seinen Fünf-Jahres-Vertrag nicht verlängern. Angeführt wird die Bewegung von dem hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch (CDU).


Spiegel-Online

Das ist Schweinebacke wie er leibt und lebt.
Nach der Schließung von Frauenhäusern und anderen sozialen Projekte (immerhin ein Grund, in der Folge mehr Gefängnisse zu bauen), Einführung von Studiengebühren und rassistischen Äußerungen, die die CDU für mich endgültig ins Abseits stellten (im Wahlkampf stellte sich die interessante Frage, wo der Unterschied zwischen CDU und NPD ist; Antwort Nach Koch: Die CDU hat weniger Skinheads :P ) will Schweinebacke also das Presserecht ignorieren.
Der Typ ist nach meiner Meinung ein Gefahr für die CDU (ich werde nie nie wieder diesen unsozialen Rassisten-Verein CDU wählen; offensichtlich fanden sie seine Wahlkämpfe ok) und eine Gefahr für Hessen (eigentlich jetzt nicht mehr; wenn sie so weiter machen gibts hier nichts mehr kaputt zu machen) und da er dort in seiner Zerstörungswut in Hessen am Ende ist – ich betrachte ihn ja menschliche Atombombe – ist jetzt der Rest des Landes dran.

Aber das er sich gleich den öffentlichen Rundfunkanstalten versucht, ist ist selbst für ihn erstaunlich. Wenn man Mist baut, versuche alles zu vertuschen.

Veröffentlicht in:  on Februar 20, 2009 at 9:25 Kommentare (2)

Die Bonus-Zahlungen

Die Empörung über Boni für die Investmentbanker hat nun in Deutschland ein Gesicht. Es gehört Stefan Jentzsch, dem ehemaligen Chef des Investmentbanking der Dresdner Bank. Auf ihn konzentriert sich der Ärger der Bundeskanzlerin, von Ministern und Staatssekretären. Über ihn und seine Londoner Söldnertruppe kursieren in Berlin wilde Geschichten. Fest steht nur so viel: Gestritten wird über einen Bonustopf von 400 Millionen Euro. Die Boni sollen als Halteprämie einigen Investmentbankern zugesichert worden sein, die nun auf Auszahlung pochen, obwohl zuvor diese Sparte Milliardenverluste gemacht und so die Dresdner Bank in die Arme der Commerzbank getrieben hat.

FAZ

Es tut mir wirklich weh, solchen Unsinn in der FAZ lesen zu müssen.
Wieso Söldner? Natürlich arbeitet man dort, wo einem das meiste Gehalt zugesichert wird. Das würde der durchschnittliche Arbeitnehmer auch tun.

Dann wird sich darüber empört, dass die Banker versprochene Boni haben wollen.
Wenn mir bei meine früheren Arbeitsstätte nich den vertraglich zugesicherten Jahresbonus bekommen hätte, wäre ich auch wüntend geworden. Ich fand die Zahlungen an Banker immer schon exessiv, allerdings, mit wem eine Firma viel Geld verdient, der soll auch einen hohen Bonus bekommen.

Zudem kommen zwei Faktoren:
1.) Die Bank muß gute Mitarbeiter halten, also die Boni auszahlen
2.) Kein Mitarbeiter, der geht oder gegangen wird, verzichtet freiwillig auf ihm zustehende Zahlungen

Insofern finde den Sturm der Entrüstung ziemlich ungerecht.

Müssen Bankenmanager noch horrende Boni kassieren?

NGO Online: Politiker fordern von Bankenmanagern Verzicht auf Boni

Veröffentlicht in:  on Februar 18, 2009 at 9:52 Kommentar schreiben